Der Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

1. Für welche Kinder gibt es unsere Schule?

Es werden Kinder betreut,

  • die gar nicht erst in einer Regelschule eingeschult werden konnten,
  • die bereits ausgeschult waren oder kurz vor der Ausschulung standen,
  • die nicht oder nur in geringem Umfang gruppenfähig sind,
  • die durch häufige oder ständige Schulversäumnisse nicht kontinuierlich beschult werden konnten,
  • die aufgrund von Teilleistungsschwächen und dem daraus resultierenden Schulversagen völlig den Mut verloren haben und sich ins Abseits stellen
  • die durch starke Aggressionen gegenüber Mitschülern auffallen,
  • die durch ihr destruktives Verhalten im Unterricht diesen unmöglich gemacht haben,
  • die regressiv in sich zurück gezogen sind
  • die kaum Möglichkeiten haben, Kontakte zu anderen Menschen aufzunehmen
  • die feste Bindungen kaum noch eingehen können
  • die Schlimmes erlebt haben und noch auf der Suche sind nach einem Weg, damit zu leben
  • und die deshalb so viel Energie zur Bewältigung ihres alltäglichen Lebens brauchen, dass für die Anforderungen einer Regelschule ihre Kraft nicht mehr ausreicht.

2. Warum überhaupt eine besondere Schule?

Selbst bei überdurchschnittlicher Intelligenz sind die schulischen Leistungen dieser Kinder häufig gering, da sie für schulisches Lernen entweder gar nicht (mehr) oder nur gelegentlich zu motivieren sind. Der Entmutigungsgrad in Bezug auf Leistungsanforderungen nimmt bei den Schülern mit emotionalen und sozialen Problemen in auffälliger Weise zu. Damit verbunden ist eine höhere Zahl an Schulschwänzern. Erlebnis- und Verhaltensweisen dieser Kinder oder Jugendlichen können als Symptome tiefer liegender Störungen gesehen werden, die auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sind. Je nach Ursache, Art und Schweregrad dieser Störungen sind die Möglichkeiten der Beeinflussung und Veränderung unterschiedlich.

3. Ist die besondere schulische Förderung immer ausreichend?

An allen Schulformen findet man in zunehmendem Maße Kinder und Jugendliche mit umfassenden Persönlichkeitsstörungen. Es geht nicht mehr um partielle Probleme und Schwierigkeiten, sondern immer häufiger um Schüler, die in allen Persönlichkeitsbereichen auf so viel Widerstand stoßen, dass ihr Handeln fast nur noch Ausdruck von Misstrauen, Hass und Enttäuschung ist. Bei einer Anzahl von verstörten Kindern und Jugendlichen, die von den Regelschulen gemeldet werden, kann Gruppen- und/oder überhaupt Unterrichtsfähigkeit nicht mehr vorausgesetzt werden. Hier stehen auch wir in einem ständigen Lern- und Veränderungsprozess.

Trotz einem immer größeren Angebot von ambulanter Beratung und Förderung benötigen einige Kinder und Jugendliche auch im schulischen Alltag eine besondere Art des „Zusammen leben und lernen“. Diese versuchen wir den Schülern an der Schule auf der Bult zu bieten.

Gemeinsam mit den Eltern und anderen Unterstützungesystemen geben wir Hilfen, wieder Selbstvertrauen und Zuversicht aufzubauen.

Bleiben die notwendigen Hilfen aus, so bestehen auch für die Schule für Erziehungshilfe keine Möglichkeiten mehr, die erwünschten Veränderungen bei diesen Schülern zu erreichen. Eine erhöhte Zahl von Einweisungen in klinischen Einrichtungen oder Einrichtungen der Jugendhilfe zeigt die große Not der Kinder und Jugendlichen.